Berechnung des Credit Spreads
Der Credit Spread ist eine Renditedifferenz zwischen Unternehmens- und Staatsanleihen. Er kompensiert den Anleiheinvestor für die eingegangenen Risiken. Eine Vielzahl von Studien untersucht die Komponenten des Credit Spreads und beschreibt die Determinanten der Risikoprämie. Den Berechnungsverfahren des Credit Spreads wird in der wissenschaftlichen Literatur hingegen relativ wenig Beachtung geschenkt.
An den Kapitalmärkten können keine Renditen, sondern nur Marktpreise beobachtet werden. Folglich müssen zunächst Anleiherenditen bestimmt werden, um anschließend aus den Renditen Credit Spreads zu berechnen. Die hierzu verwendeten Verfahren lassen sich in zwei Gruppen einteilen.

Bei einzeltitelbasierten Ansätze wird der Credit Spread einer bestimmten Anleihe als Renditedifferenz zu einer Vergleichsanleihe bestimmt. Da sich Staatsanleihen und Unternehmensanleihen in ihrer Duration unterscheiden, ist der Credit Spread auf Basis von laufzeitkongruenten Anleihen vom aktuellen Marktzinsniveau abhängig. Ein durationkongruenter Vergleich löst dieses Problem. Dennoch stehen nicht immer passende Vergleichsanleihen zur Verfügung, sodass ein Index, der hinsichtlich Restlaufzeit und Kupon angepasst werden kann, verwendet werden sollte.

Eine arbitragefreie Berechnung des Credit Spreads ist nur auf Basis von Spot Rates möglich. Daher muss bei Strukturkurvenansätzen zunächst die Nullkupon-Zinsstruktur berechnet werden und daraus der Credit Spread ermittelt werden. Leider ergeben sich oft ungewöhnliche Kurvenverläufe bei der separaten Schätzung von Staats- und Unternehmensanleihekurven. Erst die simultane Schätzung sämtlicher Zinsstrukturkurven ergibt ökonomisch sinnvoll interpretierbare Kurvenverläufe.

Mit Strukturkurvenansätzen können Credit Spreads mit konstanter (beliebiger) Laufzeit einer Ratingklasse berechnet werden.
Der vorliegende Beitrag stellt die verschiedenen Methoden der Credit-Spread-Berechnung vor, diskutiert diese kritisch und gibt Handlungsempfehlungen für unterschiedliche Anwendungsszenarien.
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Pape, Ulrich/Schlecker, Matthias (2008):
Berechnung des Credit Spreads
Finanz Betrieb, 10. Jg., Nr. 10, S. 658-665.
Kategorie: Publikationen, 01.09.2008
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Inhalt
Schlecker, Matthias (2009): Credit Spreads – Einflussfaktoren, Berechnung und langfristige Gleichgewichtsmodellierung. (Reihe Finanzierung, Kapitalmarkt und Banken, Band 66) Eul Verlag, Lohmar/Köln.

