Geleitwort
Die Rendite risikobehafteter Unternehmensanleihen liegt an den internationalen Kapitalmärkten regelmäßig über der Verzinsung ausfallrisikofreier Staatsanleihen, da die Fremdkapitalgeber für die Übernahme des Kreditrisikos eine Prämie verlangen. Diese Risikoprämie wird in der Kapitalmarktpraxis als Credit Spread bezeichnet. Da der Credit Spread unmittelbare Auswirkungen auf die Höhe der unternehmensspezifischen Finanzierungskosten hat, ist es nicht überraschend, dass Credit Spreads und ihre Einflussfaktoren seit längerem in der finanzwirtschaftlichen Theorie ebenso wie in der Kapitalmarktpraxis diskutiert werden.
Vor dem Hintergrund der skizzierten Problemstellung analysiert die vorliegende Arbeit, welche Faktoren Einfluss auf die Höhe und Berechnung von Credit Spreads nehmen und wie sich dieser Zusammenhang theoretisch modellieren lässt. Hierzu wird zunächst die einschlägige Literatur zu Credit Spreads vorbildlich aufbereitet und strukturiert. Auf Basis der Literaturanalyse zeigt Matthias Schlecker anschließend die Grenzen der theoretischen Erklärungsmodelle auf und leitet schließlich mit Hilfe der Kointegrationsanalyse sein eigenes Gleichgewichtsmodell ab. Für den Untersuchungszeitraum kann das Modell die Credit-Spread-Entwicklung besser erklären als die bisher aus der Literatur bekannten Modelle.
Ergänzend zur Erklärung der Credit Spreads widmet sich die Arbeit den verschiedenen Alternativen zur Berechnung von Kreditrisikoprämien. In diesem Zusammenhang wird der für die Credit-Spread-Berechnung erforderliche risikofreie Referenzzinssatz sowohl aus Staatsanleiherenditen als auch aus Swapsätzen abgeleitet, wobei zwischen dem Credit Spread, dem Swap Spread und Spread über Swap unterschieden wird. Schließlich zeigt der Verfasser auf, dass die Differenz zwischen der Swapkurve und der Verzinsung risikofreier Staatsanleihen als Attraktivitätsprämie von Staatsanleihen interpretiert werden kann.
Die Veröffentlichung von Matthias Schlecker zeichnet sich durch ein überzeugendes theoretisches Fundament sowie durch einen hohen praktischen Anwendungsbezug aus. Da die vorliegende Arbeit dem Leser einen umfassenden Einblick in die Bedeutung und Berechnung von Credit Spreads gibt, ist sie für Wissenschaftler ebenso interessant wie für die an Fragen der Kreditfinanzierung interessierten Praktiker. Angesichts ihrer klaren Struktur, der argumentativen Stringenz sowie der überzeugend abgeleiteten Erkenntnisse hat die Arbeit von Matthias Schlecker beste Voraussetzungen, ein Standardwerk der Credit-Spread-Literatur zu werden.
Berlin, im Juli 2009
Prof. Dr. Ulrich Pape
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Credit Spreads
Credit Spreads
Schlecker, Matthias (2009): Credit Spreads – Einflussfaktoren, Berechnung und langfristige Gleichgewichtsmodellierung. (Reihe Finanzierung, Kapitalmarkt und Banken, Band 66) Eul Verlag, Lohmar/Köln.
