Bewertung von Migrations- und Credit-Spread-Risiken
Bei einer Investition in ausfallrisikobehaftete Anleihen übernimmt der Investor neben dem Zinsrisikon eine Reihe von weiteren Risiken, die im Credit Spread vergütet werden. Steigende Credit Spreads führen zu sinkenen Preisen von ausfallrisikobehafteten Anleihen und damit zu Verlusten in einem Corporate Bond Portfolio. Für das Risikomanagement in ausfallrisikobehafteten Anleiheportfolios ist es notwendig, die Risikotreiber zu erkennen, die Klumpenrisiken zu identifizieren und das Risiko gezielt zu steuern.
Kategorie: Blog, 17.12.2009
Treiber des Swap Spread
Die Differenz zwischen der Swap Kurve und der Renditestrukturkurve von Staatsanleihen wird als Swap Spread bezeichnet. Die Swap Kurve ergibt sich aus dem fixen Zinssatz von Zinsswaps bei denen fixe gegen variable Zinszahlungen getauscht werden.
Der globale Swap Markt war nach einer Schätzung der ISDA Anfang 2004 mit einem Nominalvolumen von 164 Billionen USD deutlich größer als der Anleihenmarkt mit einem ausstehenden Volumen von 31 Billionen. Daher ist die wissenschaftliche Begründung und ökonomische Interpretation des Swap Spreads von besonderer Bedeutung. In Anlehnung an aktuelle Kapitalmarktstudien habe ich in meiner Dissertation Credit Spreads die Einflussfaktoren systematisiert und untersucht. Danach ist die Interpretation des Swap Spreads als Attraktivitätsprämie von Staatsanleihen ein sehr plausibler Erklärungsansatz.
Kategorie: Blog, 25.06.2009
Risikofreier Referenzzinssatz und Komponenten des Credit Spreads
Der Credit Spread ist die Renditedifferenz zwischen Unternehmensanleihen und einem ausfallrisikofreien Referenzzinssatz. Renditen von Anleihen, die praktisch kein Ausfallrisiko aufweisen, liquide gehandelt werden und die das gesamte Laufzeitspektrum abdecken, können als risikofreie Referenz verwendet werden. Von den in diesem Artikel untersuchten Kapitalmarktzinssätzen eignen sich die Renditen von Staatsanleihen und von Swaps als risikofreie Referenz.
Da sich Swap- und Staatsanleihenrenditen voneinander unterscheiden, hängt die absolute Höhe des Credit Spreads von der Wahl der Referenz ab. Zentrale Bedeutung kommt daher der Interpretation des Renditeunterschiedes zwischen Staatsanleihen und Swaps – dem Swap Spread – zu. Aktuelle empirische Studien legen nahe, den Swap Spread als Attraktivitätsprämie für Staatsanleihen zu interpretieren. In der Folge müssten Aussagen von Studien, die den Credit Spread als Renditedifferenz zu Staatsanleihen in einzelne Risikoprämien aufteilen, neu betrachtet werden.
Kategorie: Blog, 04.11.2008
Zitierfähigkeit: Wikipedia als wissenschaftliche Quelle
Beim Erstellen einer wissenschaftlichen Arbeit ist es üblich, sich auf (wissenschaftliche) Quellen zu beziehen. In diesem Zusammenhang taucht regelmäßig die Frage auf, ob die Wikipedia zitierfähig ist und als wissenschaftliche Quelle anzusehen ist. Zu diesem Thema fand sogar Ende Oktober an der Zentralbibliothek in Zürich ein Kolloquium statt: Nicht zitierfähig(?) — Wikipedia und Wissenschaft.
Die Wissenswerkstatt formuliert für die Wikipedia zusätzliche Kriterien, unter denen sie als zitierfähig gelten kann:
Der Autor muss begründen, weshalb er ein Wikipedia-Zitat verwendet. Stehen (konventionelle) Alternativen zur Verfügung, ist das Wiki-Zitat bloße Bequemlichkeit und nicht legitim. In vielen Fällen dürfte der Faktor Aktualität entscheidend sein.
Streng genommen lässt sich die Frage der Zitierfähigkeit auf alle Quellen ausweiten, die nicht dem wissenschaftlichen Prozess der Qualitätssicherung z. B. durch einen Peer Review unterliegen.
Kategorie: Blog, 01.11.2008
Felsenheimer/Gisdakis: Credit Crisis
Im Sommer 2008 dauerte die Subprime-Krise bereits über ein Jahr an. Felsenheimer/Gisdakis zeichnen in ihrem Buch Credit Crisis sehr detailliert den Verlauf der Finanzmarktkrise nach. Dabei gehen sie auf die Akteure, die betroffenen Kreditinstrumente, die Rolle der Investmentbanken und die Anlagestrategien, die zum Entstehen der Krise geführt haben, ein.
Kategorie: Blog, 17.09.2008
Kostenloses Tool für wissenschaftliche Online-Umfragen
Wer im Rahmen einer wissenschaftlichen Untersuchung eine Online-Umfrage durchführen möchte, sollte sich den Online-Fragebogen der MSD Media ansehen. Damit lässt sich im Browser ein Fragebogen erstellen und die Umfrage durchführen. Anschließend können die Daten direkt nach SPSS importiert werden. Für wissenschaftliche Untersuchungen ist die Nutzung des Online-Fragebogens kostenlos.
Kategorie: Blog, 30.07.2008
Dankeskultur und Dankesforschung
Die Danksagung nimmt im Vorwort zu einer Dissertation einen großen Stellenwert ein. In den letzten Jahren haben Danksagungen nicht nur im Umfang zugenommen, sondern werden von Soziologen im Rahmen der Dankesforschung wissenschaftlich untersucht. Zudem enthüllt der Dankende Details aus seinem Privatleben, die nicht in jedem Lebenslauf zu finden sind.
Danke, Danke, Danke. Jan Plamper in Die Zeit vom 24.07.2008, Nr. 31
Kategorie: Blog, 27.07.2008
JMulTi: Multivariate Zeitreihenanalyse
JMulti ist ein java-basierte, Open Source Anwendung zur univariaten und multivariaten Zeitreihenanalyse. Damit lassen sich insbesondere Kointegrationsanalysen nach Johansen durchführen. Folglich finden sich zahlreiche Einheitswurzeltests (unit root) implementiert sowie ein berites Spektrum für VAR und VEC bzw. VECM Modellierungen.
Weitere Informationen: www.jmulti.de
Kategorie: Blog, 19.06.2008
Credit Crunch
Derzeit ist das Ende der Hypothekenkrise nicht absehbar. Die Verluste betragen, je nach Schätzung, zwischen 130 und 980 Mrd. USD. Conduits, ABCP-Programme und CDOs haben ihren Teil zur Krise beigetragen, nachdem ABCP-Papiere praktisch nicht mehr verkäuflich sind.
Kategorie: Blog, 11.12.2007
Risikofaktoren nach Fama/French (1993)
Fama und French (1993) haben in einer empirischen Studie festgestellt, dass sich Überschussrenditen von Aktien gegenüber einer risikofreien Benchmark durch drei Faktoren erklären lassen.
Kategorie: Blog, 27.11.2007
Excel-Makros: Optionsbewertung, Zinstabellen
Das Zusammenklicken der Optionspreisformel nach Black/Scholes ist in Excel mühsam und wenn ich für meine Studenten Übungsaufgaben mit Rentenbarwertfaktoren und Annuitäten erstelle, sind mir die hauseigenen Excel-Formeln zu komplex. Daher habe ich mir zwei Makro-Pakete in VBA geschrieben, die ich bequem importieren kann und die sich dann wie normale Funktionen ansteuern lassen.
Kategorie: Blog, 13.11.2007
Spread-Ladder-Swap: Spekulation auf die Steilheit der Zinsstruktur
Deutsche Kommunen und Versorger haben in jüngster Vergangenheit exotische Zinsderivate, wie CMS-Spread-Ladder-Swaps zur Optimierung ihres Schuldenmanagements eingesetzt. Als die erwarteten Gewinne ausblieben und stattdessen sich die Verluste anhäuften, verklagten die Kommunen ihre Banken.
Gunnar Stark und Christian Loose untersuchen im aktuellen Finanz Betrieb die exotischen Zinsderivate.
Kategorie: Blog, 29.10.2007
Handelsvolumen an Kapitalmärkten
Aus einer Pressemitteilung der SEC (leider aus dem Jahr 1998):
While New York Stock Exchange equity trading amounts to $26
billion per day, total trading volume in all bond markets total
roughly $350 billion per day. U.S. corporate bonds outstanding
have more than quadrupled since 1980. Municipal bonds have
experienced similar growth. The total value of the bond market
today is more than $10 trillion – up approximately 400 percent
since 1980.
Kategorie: Blog, 30.08.2007
Von der Notwendigkeit eines Vorwortes
Ein Vorwort ist für ein Buch so wichtig und so hübsch wie der Vorgarten für ein Haus. Natürlich gibt es auch Häuser ohne Vorgärtchen und Bücher ohne Vorwörtchen, Verzeihung, ohne Vorwort. Aber mit einem Vorgarten, nein, mit einem Vorwort sind mir die Bücher lieber. Ich bin nicht dafür, dass die Besucher gleich mit der Tür ins Haus fallen. Es ist weder für die Besucher gut, noch fürs Haus. Und für die Tür auch nicht.
Erich Kästner, Als ich ein kleiner Junge war. Zitiert in: Oehler, Andreas; Unser, Matthias (2002): Finanzwirtschaftliches Risikomanagement. 2. Auflage, Springer, Berlin.
Kategorie: Blog, 02.07.2007
Zinsrisiko oder Zinsänderungsrisiko?
Setzt sich ein Anleger einem Zinsrisiko oder einem Zinsänderungsrisiko aus?
Kategorie: Blog, 22.06.2007
Inhalt
Schlecker, Matthias (2009): Credit Spreads – Einflussfaktoren, Berechnung und langfristige Gleichgewichtsmodellierung. (Reihe Finanzierung, Kapitalmarkt und Banken, Band 66) Eul Verlag, Lohmar/Köln.
