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Treiber des Swap Spread

Die Differenz zwischen der Swap Kurve und der Renditestrukturkurve von Staatsanleihen wird als Swap Spread bezeichnet. Die Swap Kurve ergibt sich aus dem fixen Zinssatz von Zinsswaps bei denen fixe gegen variable Zinszahlungen getauscht werden.

Der globale Swap Markt war nach einer Schätzung der ISDA Anfang 2004 mit einem Nominalvolumen von 164 Billionen USD deutlich größer als der Anleihenmarkt mit einem ausstehenden Volumen von 31 Billionen. Daher ist die wissenschaftliche Begründung und ökonomische Interpretation des Swap Spreads von besonderer Bedeutung. In Anlehnung an aktuelle Kapitalmarktstudien habe ich in meiner Dissertation Credit Spreads die Einflussfaktoren systematisiert und untersucht. Danach ist die Interpretation des Swap Spreads als Attraktivitätsprämie von Staatsanleihen ein sehr plausibler Erklärungsansatz.

Niveau und Steigung der Zinsstrukturkurve haben einen negativen Einfluss auf den Swap Spread. Nimmt die Steigung der Zinsstrukturkurve zu, sinkt der Swap Spread, weil sich dich Zukunftsaussichten der Volkswirtschaft verbessern.

Das Ausfallrisiko wird oft als Treiber des Swap Spreads aufgeführt. Gleichzeitig lässt sich zeigen, dass das Ausfallrisiko in einem Swap begrenzt ist, da nur Zinsdifferenzen ausgetauscht werden und der Marktwert des Swaps für den Gläubiger bei Ausfall positiv sein muss. Daher kann das Ausfallrisiko nur von untergeordneter Bedeutung sein.

Als variabler Referenzzinssatz in einem Zinsswap wird oftmals der Libor oder der Euribor verwendet. Die Renditen von Libor und einer Staatsanleihe mit gleicher Laufzeit sind nicht gleich. Diese Differenz, der TED Spread, wird durch das Ausfallrisiko des Libor erklärt. Wird nun die variable Seite eines Zinsswap an den Libor geknüpft, so muss sich durch die Konstruktion ein Spread zu den Staatsanleihen einstellen.


In Marktpreisen implizierter risikofreier Zinssatz. Schematische Darstellung der Ergebnisse von Reinhart/Sack (2002). Quelle: Schlecker (2009), S. 194.

Reinhart und Sack (2002) erläutern in ihrer Studie, dass die in Marktpreisen implizierte risikofreie Verzinsung zwischen der Swapkurve und den Renditen von Staatsanleihen liegt. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommen Houweling/Vorst (2005) oder Hull/Predescu/White (2004). Als ökonomische Begründung lässt sich nach Feldhütter/Lando (2008) die besondere Attraktivität von Staatsanleihen für Investoren aufführen. Staatsanleihen weisen im Vergleich zu anderen ausfallrisikofreien Anlageformen spezielle Vorteile auf, die die besonders hohe Nachfrage nach Staatsanleihen und die damit verbundenen niedrigeren Renditen erklären können. So existiert beispielsweise ein liquider Markt für Staatsanleihen, der große Transaktionsvolumen ermöglicht. Ein standardisierter Markt für Terminkontrakte, insbesondere Futures, mit Staatsanleihen als Basiswert erhöht deren Attraktivität. Bei einer Investiton in Staatsanleihen ist weniger Eigenkapital zu hinterlegen und bei der Hinterlegung von Staatsanliehen als Sichrheiten werden geringere Abschläge vorgenommen. Schließlich sind institutionelle Investoren teilweise aufgrund von Anlagerestriktionen an Staatsanleihen gebunden.

Der Swap Spread ist, wie in meiner Dissertation ausgeführt und empirisch überprüft, im Wesentlichen als Attraktivitätsprämie von Staatsanleihen zu interpretieren.

Schlecker, Matthias (2009): Credit Spreads – Einflussfaktoren, Berechnung und langfristige Gleichgewichtsmodellierung. (Reihe Finanzierung, Kapitalmarkt und Banken, Band 66) Eul Verlag, Lohmar/Köln, hier S. 179–205 und S. 261–266.

Weiterführende Literatur

  • Feldhütter, Peter/Lando, David (2008): Decomposing Swap Spreads. Journal of Financial Economics, 88, Nr. 2, S. 375–405.
  • Grindblatt, Marc (2001): An Analytical Solution for Interest Rate Swap Spreads. International Review of Finance, 2, Nr. 3, S. 113–149.
  • Houweling, Patrick/Vorst, Ton (2005): Pricing Default Swaps: Empirical Evidence. Journal of International Money and Finance, 24, Nr. 8, S. 1200–1225.
  • Hull, John C./Predescu, Mirela/White, Alan (2004): The Relationship between Credit Default Swap Spreads, Bond Yields, and Credit Rating Announcements. Journal of Banking and Finance, 28, Nr. 11, S. 2789–2811.
  • Reinhart, Vicent/Sack, Brian (2002): The Changing Information Content of Market Interest Rates. Bank for International Settlements (BIS) Papers, 2, Nr. 12, S. 340–357.
  • Zelenko, Ivan; Kobor, Adam; Shi, Lishan (2005): What Determines U.S. Swap Spreads? World Bank Working Paper Series, Nr. 62.

Kategorie: , 25.06.2009

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