Working Paper: Langfristiger Zusammenhang zwischen Credit Spreads und Zinsen
Wie ändert sich der Credit Spread, wenn sich die Zinsen ändern? Bewegen sich beide Größen langfristig in einem Gleichgewicht?
Diese Fragen untersucht das Working Paper, das gemeinsam mit Prof. Dr. Ulrich Pape entstanden ist.
Pape, Ulrich; Schlecker, Matthias (2007): Are Credit Spreads and Interest Rates co-integrated? Empirical Analysis in the USD Corporate Bond Market. Working Paper Nr. 25. ESCP-EAP Europäische Wirtschaftshochschule Berlin, Mai 2007.
Die Literatur zur Bewertung von ausfallrisikobehafteten Anleihen macht widersprüchliche Aussagen über den Zusammenhang zwischen Credit Spreads und Zinsen. Die so genannten Structural Models, die das Ausfallrisiko einer Anleihe in der Kapitalstruktur des Emittenten begründen und im wesentlichen auf die Arbeit von Merton (1974) zurückgehen, sehen einen negativen Zusammenhang. Bei steigenden Zinsen fallen die Credit Spreads. Ein Zusammenhang, der intuitiv plausibel erscheint, denn die Zinsen steigen bei guter Konjunktur. Gute Aussichten für die Unternehmen lassen die Credit Spreads zusammenlaufen. Credit Defaut Swap-Bewertungsmodelle hingegen nehmen eine Unabhängigkeit des Credit Spreads von Zinsbewegungen an.
Die Analyse bereits bestehender Studien zeigt kein klares Bild. Viele Autoren untersuchen statt eines langfristigen Zusammenhanges nur Veränderungen der Zeitreihen. Dieses Verfahren umgeht zwar das Problem der Scheinkorrelation, vernachlässigt jedoch die langfristigen Informationen im Niveau einer Zeitreihe. Abhilfe schafft das Verfahren der Kointegration, denn hier werden langfristige Zusammenhänge modelliert. Eine empirische Studie von Morris, Neal und Rolph (1998) benutzt die Kointegrationsanalyse und zeigt, dass zwischen Zinssätzen und Credit Spreads ein positiver Zusammenhang besteht, der jedoch im Widerspruch zur theoretischen Literatur steht.
Das vorliegende Working Paper untersucht mit der Kointegrationsmethode von Engle und Granger den langfristigen Zusammenhang zwischen Credit Spreads und Zinsen. Datengrundlage sind wöchentliche USD-Indizes mit Spot Rates von Unternehmens- und Staatsanleihen im Zeitraum von 1994 bis 2006.
Es kann gezeigt werden, dass der Zusammenhang zwischen Credit Spread und Zinsen negativ ist. Der S&P500-Aktienindex, der die aggregierte Unternehmenswertentwicklung der Structural Models approximiert, ist ebenfalls negativ korreliert. Als letzte Erklärungsvariable wird der Swap Spread verwendet, der die Differenz zwischen der Swap Kurve und der Staatsanleihenkurve darstellt. Hier liegt ein positiver Zusammenhang vor.
Die Arbeit ist im Mai 2007 in der Working Paper Reihe der ESCP-EAP erschienen.
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Pape, Ulrich; Schlecker, Matthias (2007): Are Credit Spreads and Interest Rates co-integrated? Empirical Analysis in the USD Corporate Bond Market.
Working Paper Nr. 25. ESCP-EAP Europäische Wirtschaftshochschule Berlin.
Kategorie: Publikationen, 16.05.2007
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Inhalt
Schlecker, Matthias (2009): Credit Spreads – Einflussfaktoren, Berechnung und langfristige Gleichgewichtsmodellierung. (Reihe Finanzierung, Kapitalmarkt und Banken, Band 66) Eul Verlag, Lohmar/Köln.

